Kap Arkona
RÜGEN

Kap Arkona
Rügen

Kultur & Sehenswürdigkeit

Weit oben, wo die raue Ostsee an die steilen Klippen schlägt, erhebt sich eines der faszinierendsten Ausflugsziele Deutschlands: das geschichtsträchtige Kap Arkona.

Weit oben, wo die raue Ostsee an die steilen Klippen schlägt, erhebt sich eines der faszinierendsten Ausflugsziele Deutschlands: das geschichtsträchtige Kap Arkona.

Kap Arkona: Das magische Nordkap der Insel Rügen

Das Kap Arkona ist das unverkennbare, geschichtsträchtige Wahrzeichen im Norden der Insel Rügen. Mit seinen stolzen, bis zu 45 Meter hohen Steilküsten ragt es majestätisch aus der Ostsee empor und bietet Besuchern ein einzigartiges Gefühl von Freiheit und Weite. Ein Spaziergang auf den Pfaden entlang des Hochufers führt vorbei an tiefen Kreide- und Geschiebemergelkliffs bis hin zu den berühmten Leuchttürmen, von denen aus sich ein atemberaubender Panoramablick über die gesamte Halbinsel Wittow, das weite Meer und an klaren Tagen sogar bis zur dänischen Insel Møn erstreckt.

Ein historisches Dreigestirn mit bewegter Geschichte

Bereits vor Jahrhunderten war die Nordspitze Rügens ein strategisch bedeutender Ort für Seefahrer und Küstenbewohner. Das Herzstück der Anlage bildet das berühmte Leuchtturm-Ensemble: Der kleinere Schinkelturm wurde bereits 1826 nach Plänen des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut und ist der zweitälteste Leuchtturm an der gesamten Ostseeküste. Da er im Laufe der Zeit zu niedrig wurde, taufte man im Jahr 1902 den größeren, neuen Leuchtturm ein, der seither aktiv den Schiffen den Weg weist. Ergänzt wird das markante Duo durch den ehemaligen Peilturm, der heute als maritimes Museum und Kunstgalerie genutzt wird und die wechselvolle Geschichte des Kaps lebendig hält.

Ausgangspunkt für Naturerkundungen & Küstenabenteuer

Das Kap Arkona ist auch heute noch ein aktiver und beliebter Ausgangspunkt für unvergessliche Naturbeobachtungen und Wanderungen. Urlauber können direkt vom Kap aus über den malerischen Hochuferweg entlang der Küste starten – besonders gefragt sind die Touren zum idyllischen, unter Denkmalschutz stehenden Fischerdorf Vitt mit seinen reetgedeckten Häusern und der kleinen achteckigen Kapelle. Am Fuße der Steilküste, die man über sichere Treppenanlagen erreicht, wartet ein ganz anderes Abenteuer: Hier können Besucher am steinigen Strand nach Fossilien, Hühnergöttern oder versteinerten Seeigeln suchen und die ungezähmte Kraft der Ostseebrandung hautnah erleben.

Flaniermeile, Kulturerbe und maritimes Flair

Der Weg zum Kap ist ein Erlebnis für sich, denn das gesamte Areal ist autofrei gestaltet – Besucher erreichen die Sehenswürdigkeiten ganz bequem per Pferdekutsche, mit der nostalgischen Arkona-Bahn oder bei einer entspannten Fahrradtour. Auf dem Gelände des Kaps schlägt das kulturelle Herz der Region: Die ehemaligen Militärbunker aus der Zeit des Kalten Krieges können im Rahmen von Führungen besichtigt werden, während in den historischen Werkstätten Kunsthandwerker und Bernsteinschleifer zum Stöbern einladen. Ob am frühen Morgen, wenn die Sonne einsam über dem Meer aufsteht, oder am Nachmittag beim bunten Treiben am Branchen-Markt – das Kap Arkona ist zu jeder Zeit ein faszinierender Anziehungspunkt.

Auf einen Blick

Nordspitze der Halbinsel Wittow
Das Leuchtturm-Trio
Das gesamte Kap-Areal ist autofrei
Historisches Highlight
denkmalgeschützte Fischerdorf Vitt
Abschnitt 01

Die bewegte Geschichte von Kap Arkona: Von Göttern, Seefahrern und Festungen

Die geschichtsträchtige Nordspitze Rügens blickt auf eine jahrtausendealte, faszinierende Historie zurück. Kap Arkona war nicht immer nur ein friedlicher Aussichtspunkt für Reisende; über Jahrhunderte hinweg war das exponierte Plateau Schauplatz von religiösen Kulten, erbitterten Schlachten und strategischen Militäroperationen.

Die bewegte Geschichte von Kap Arkona: Von Göttern, Seefahrern und Festungen
Abschnitt 02

Die Jaromarsburg: Das heilige Zentrum der Slawen

Lange bevor die ersten Leuchttürme erbaut wurden, galt das Kap Arkona als das religiöse Herz des westslawischen Stammes der Ranen. Vom 9. bis zum 12. Jahrhundert erhob sich auf der äußersten Klippe die Jaromarsburg, eine gewaltige Tempelfestung. Sie war dem vierköpfigen Gott Svantovit geweiht, dem Gott des Krieges und des Ernteerfolgs.

Die Festung war durch die natürliche Steilküste nach drei Seiten hin perfekt geschützt; zur Landseite schützte sie ein mächtiger, bis zu 25 Meter hoher Erdwall. Im Inneren des Tempels hüteten Priester einen riesigen, hölzernen Svantovit-Götzen und ein heiliges, weißes Pferd, dessen Schritte über Krieg oder Frieden entschieden.

Das Ende dieser Epoche kam im Jahr 1168: Der dänische König Waldemar I. belagerte die Festung mit einer riesigen Flotte. Den Dänen gelang es, den Wall in Brand zu stecken und die Burg einzunehmen. Sie stürzten das Svantovit-Heiligtum, tauften die verbliebenen Ranen zwangsweise und besiegelten damit das Ende des slawischen Heidentums auf Rügen. Da die Steilküste über die Jahrhunderte durch Kliffabbrüche immer weiter ins Meer stürzte, ist heute nur noch ein Teil des beeindruckenden Burgwalls erhalten.

Die Jaromarsburg: Das heilige Zentrum der Slawen
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Das Leuchtturm-Ensemble: Die Wiege der modernen Seefahrt

Mit dem rasanten Anwachsen des Schiffsverkehrs auf der Ostsee im 19. Jahrhundert wurde die unberechenbare Kreideküste im Norden Rügens für Seefahrer zunehmend zur tödlichen Gefahr. Zahlreiche Schiffe zerschellten in stürmischen Herbstnächten an den vorgelagerten Untiefen. Ein verlässliches Leuchtfeuer musste her.

  • Der Schinkelturm (1826): Der königlich-preußische Staat beauftragte keinen Geringeren als den berühmten Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel mit dem Entwurf. 1826 wurde der quadratische Backsteinturm fertiggestellt. Mit seiner markanten, klassizistischen Architektur ist er heute der zweitälteste Leuchtturm an der gesamten deutschen Ostseeküste. Er blieb fast 80 Jahre lang in Betrieb.

  • Der Neue Leuchtturm (1902): Da der Schinkelturm aufgrund seiner geringen Höhe und der zunehmenden Reichweitenanforderung moderner Schiffe nicht mehr ausreichte, wurde direkt daneben ein neuer, 35 Meter hoher Rundturm aus dunklen Klinkern errichtet. Sein elektrisch betriebenes Drehfeuer leuchtet bis heute jede Nacht weit über 40 Kilometer auf die offene See hinaus.

  • Der Peilturm (1927): Ergänzt wurde das Duo in den 1920er-Jahren durch einen Marine-Peilturm. Dieser diente der Funknavigation für die Schifffahrt und repräsentiert den Einzug der modernen Technologie an der Küste.

Das Leuchtturm-Ensemble: Die Wiege der modernen Seefahrt
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Das Kap im Kalten Krieg: Die geheimen Bunkeranlagen

Im 20. Jahrhundert holte die Weltpolitik das Kap Arkona erneut ein. Aufgrund seiner exponierten Lage direkt an der Grenze zum westlichen Bündnisgebiet wurde das Areal während der DDR-Zeit militärisch streng abgeriegelt. Für normale Urlauber war das Kap jahrzehntelang Sperrgebiet.

Direkt unterhalb der geschichtsträchtigen Jaromarsburg errichtete die Nationale Volksarmee (NVA) eine weitverzweigte, unterirdische Festung. In den Militärbunkern (bestehend aus dem älteren Arkona-Bunker und einem großen, modernen Führungsbunker) war die 6. Grenzbrigade der Küste stationiert. Im Ernstfall eines Dritten Weltkriegs hätten von hier aus die Marineoperationen der DDR und der Warschauer-Pakt-Staaten im Ostseeraum koordiniert werden sollen.

Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden die unterirdischen Gänge entmilitarisiert. Heute sind die Bunker im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich und bieten ein eindrucksvolles, beklemmendes Zeugnis der jüngeren deutschen Teilungsgeschichte.

Das Kap im Kalten Krieg: Die geheimen Bunkeranlagen
Impressionen

Bildergalerie

Kap Arkona Galeriebild 1
Kap Arkona Galeriebild 2
Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fast, aber nicht ganz. Das Kap Arkona ist das bekannteste Wahrzeichen des Nordens, der absolut nördlichste Punkt der Insel Rügen ist jedoch der sogenannte Gellort. Dieser liegt nur etwa einen Kilometer nordwestlich des Kaps. Direkt am Fuß des Gellorts befindet sich auch der „Siebenschneiderstein“ – ein riesiger, eiszeitlicher Findling, der viertgrößte Rügens.

Ja, sowohl der historische Schinkelturm als auch der Neue Leuchtturm und der Peilturm besitzen Aussichtsplattformen. Nach dem Aufstieg über die Treppen wird man mit einem phänomenalen Rundumblick über die Ostsee und die gesamte Halbinsel Wittow belohnt. Zudem kann im Schinkelturm sogar offiziell geheiratet werden.

Nein, zum Schutz der Natur und der historischen Anlagen ist das gesamte Kap-Areal eine autofreie Zone. Besucher müssen ihr Auto auf dem großen Zentralparkplatz im nahegelegenen Ort Putgarten abstellen. Von dort aus führt ein wunderschöner Wander- und Radweg (ca. 2 km) zum Kap. Alternativ verkehren regelmäßig die motorisierte „Arkona-Bahn“ sowie traditionelle Pferdekutschen.

Das Fischerdorf Vitt ist ein kleines, idyllisches und komplett unter Denkmalschutz stehendes Dorf in einer Küstenschlucht. Es ist berühmt für seine reetgedeckten Fischerkaten und die achteckige Kapelle oberhalb des Dorfes. Vom Kap Arkona aus erreicht man Vitt nach einem leichten, wunderschönen Spaziergang von etwa 1,5 Kilometern entlang der Cliffkante.

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